Pflanzenkohle – woher nehmen, wenn nicht…

Wer Terra Preta  machen will, braucht Holzkohle. Wer viel Terra Preta machen will, braucht viel Holzkohle! Woher bekommt man denn gartentaugliche Holzkohle in großen Mengen?

In meinem alten Kleingarten habe ich Holzkohle in kleinen Mengen selbst in einem Sampada-Ofen hergestellt. Der Sampada-Ofen ist ein Pyrolyse-Ofen, in dem Holz nicht verbrannt, sondern verkohlt wird. In diesem Video erklärt Marko Heckel sehr schön die Benutzung des Sampada.

Der Sampada-Ofen wurde in erster Linie für das brennholzsparende Kochen in Entwicklungsländern entworfen. Der Gewinn von Holzkohle ist dabei ein angenehmer Nebeneffekt. Ein Brennvorgang mit optimaler Füllung dauert ca. 20 min und ergibt ca. 2 lt Holzkohle. Die Hitze der Flamme nutze ich, um abgelöschte, feuchte Holzkohle aus vorherigen Brennvorgängen in einer alten Bratpfanne zu trocknen.

Für die Anreicherung des Kompostes mit Holzkohle oder die Bestückung des bokashi-Eimers reicht diese Menge aus, wenn der Sampada regelmäßig befeuert wird.

Wer allerdings einen Garten mit Terra-Preta-ähnlichem Substrat anlegen will, braucht logischerweise ganz andere Mengen.

Ein guter Freund, der von meiner Leidenschaft weiß, hat mir zum Einzug in unser neues Haus ein besonderes Geschenk gemacht:

450 kg Pflanzenkohle von "Carbon Terra"
450 kg Pflanzenkohle von „Carbon Terra“

Einen Big Bag voller Pflanzenkohle! Dieser Big Bag umfasst etwa 1.200 lt oder 450 kg Kohle (bei 20% Feuchte). Hersteller der Pflanzkohle ist die Fa. „Carbon Terra“ aus Augsburg. Diese Pflanzenkohle wird unter zertifizierten Produktionsbedingungen hergestellt und erfüllt sogar die strengen Vorgaben für Tierfuttermittel.

„Carbon Terra“ liefert Pflanzenkohle sowohl in gartenüblichen Mengen von 30 oder 70 lt. bis hin zu Großmengen für die Landwirtschaft.

Für meine Terra Preta fehlte jetzt nur noch Kompost in ausreichender Menge! Den – nämlich rd. 4 Kubikmeter – habe ich von unserem kommunalen Abfallwirtschaftsunternehmen „Wege-Zweckverband der Gemeinden des Kreises Segeberg “ bezogen.

Wie aus Kompost, Holzkohle und EMa nun Terra Preta wird, beschreibe ich hier!

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5 Kubikmeter Terra Preta

Es braucht nur 4 Kubikmeter Kompost, 1.000 lt. Pflanzenkohle, 7 lt EMa, viel Wasser… und noch mehr Schweiß. Und schon sind 5 Kubikmeter Terra-Preta-ähnliches Substrat angemischt!

Es ist März, endlich scheint die Sonne, es sieht nach Frühling aus und ich komme nun auch dazu, was ich eigentlich schon im Herbst machen wollte:

Meine Pflanzenkohle mit dem Kompost mischen und das Ganze dann mit EMa tränken.

450 kg Pflanzenkohle von "Carbon Terra"
450 kg Pflanzenkohle von „Carbon Terra“

Dieser Big Bag voller Pflanzenkohle wartet jetzt schon seit Monaten darauf, endlich zu Terra-Preta-ähnlichem Substrat vermischt zu werden.

Genau die richtige Größe! Pflanzenkohle von "Carbon Terra"
Genau die richtige Größe! Pflanzenkohle von „Carbon Terra“

Ich habe im Netz kein allgemein gültiges Rezept für Terra Preta gefunden. Also mische ich nach der Formel „Pi mal Auge“ jeweils fünf Schaufeln voll Kompost mit jeweils zwei Spaten voll Kohle.

Von einem Haufen auf den anderen: 5 Schaufel Kompost...
Von einem Haufen auf den anderen: 5 Schaufel Kompost…
... 2 Spaten voll Kohle
… 2 Spaten voll Kohle

Diese 5+2-Anteile habe ich drei- bis viermal auf einen Haufen geworfen und anschließend mit einem Krail gut vermischt.

Wenn man Hacke und Grabeforke kreuzt, entsteht ein Krail.
Wenn man Hacke und Grabeforke kreuzt, entsteht ein Krail.

Die Mischung habe ich auf den (endgültigen?) Terra-Preta-Haufen geschaufelt.

Die letzte – aber sehr wichtige – Zutat zur Terra Preta sind Milchsäure-Mikroorganismen, die das Substrat besiedeln. Schon in meinen alten Kleingarten hatte ich meine Pflanzen regelmäßig mit verdünntem EMa besprengt. Hierfür hatte ich mir diese Mischdüse von „Birchmeier“ gekauft.

Wer viel mit EMa im Garten arbeitet, dem leistet diese Mischdüse gute Dienste - Birchmeier Aquamix 1.25
Wer viel mit EMa im Garten arbeitet, dem leistet diese Mischdüse gute Dienste – Birchmeier Aquamix 1.25

Den frisch aufgeschütteten Haufen Terra Preta habe ich Schicht für Schicht mit EMa-Wasser getränkt. Dieses „Impfen“ mit EMa werde ich in den kommenden Tage wiederholen – viel hilft viel!

Am Ende des ersten Arbeitstages haben meine liebe Ehefrau und ich gut die Hälfte des Substrates angemischt.

Der Mühe Lohn! Die Hälfte ist geschafft!
Der Mühe Lohn! Die Hälfte ist geschafft!

Zwei Tage später war dann das Werk vollbracht. Der alte Komposthaufen war weg geschaufelt, im Big Bag sind vielleicht noch 200 lt. Kohle und der Haufen Terra Preta ragt als neuer Berg in den Himmel von Schleswig-Holstein.

Das Terra-Preta-Substrat muss jetzt mindestens zwei Wochen lang ruhen, damit sich die Kohle mit den Nährstoffen des Kompostes aufladen kann und sich die Mikroorganismen vermehren können. Dieser Vorgang wird „Aktivierung“ genannt. In dieser Zeit können sich dann auch meine schmerzenden Glieder erholen.

Noch ist mein neuer „Garten“ mehr oder weniger nur eine Brache vor unserem neuen Haus. Ich werde nach und nach Beete für Blumen und Gemüse anlegen und die Erde mit Terra Preta vermischen. Es wartet also noch Arbeit auf mich.

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