Holzkohle selber machen mit dem Kon-Tiki (Teil 1)

Nach langer Zeit wieder einmal ein neuer Betrag auf meiner Seite! Im vergangenen Jahr habe ich mich mehr um die praktische Arbeit im Garten gekümmert als um die Arbeit am Blog.

Mein großer Vorrat an industriell produzierter Pflanzenkohle ist fast aufgebraucht, so dass ich jetzt wieder auf Do-it-yourself-Kohle zugreifen muss. Mit dem Sampada-Ofen lässt sich immer nur eine kleinere Menge Kohle herstellen. Das Gerät ist ja zum Kochen gedacht und liefert Holzkohle quasi nur als „Abfall“. Größere Geräte werden in Europa zu erschwinglichen Preisen (meines Wissens) kaum angeboten.

Vor längerer Zeit fand ich im Ithaka-Journal eine sehr interessante, inspirierende Abhandlung von Hans-Peter Schmidt und Paul Taylor über die Herstellung von Pflanzenkohle mit einfachen Mitteln:

Kon-Tiki – Die Demokratisierung der Pflanzenkohleproduktion

Das „Geheimnis“ einer raucharmen und effektiven  Verbrennung liegt in einem sehr einfachen Meiler, den die Autoren zu Ehren des Forschers Thor Heyerdahl „Kon-Tiki“ nennen. Heyerdahl benannte sein Floß, mit dem ihm 1947 die Überfahrt von Peru nach Polynesien gelang, nach dem präkolumbianischen südamerikanischen Feuer- und Schöpfergott „Kon-Tiki“.

In seiner einfachsten Form ist ein Kon-Tiki-Meiler eine flache, offene Erdgrube, deren Ränder in einem flachen Winkel gehalten sind. Die Form erinnert an eine flache Schale oder einen Suppenteller. Diese einfache Geometrie bewirkt, dass Brennmaterial nur an der Oberfläche mit Flammen verbrennt, das Material darunter jedoch nur verkohlt. Mit dieser Art Meiler lässt sich fast überall in der Dritten Welt einfach Pflanzenkohle herstellen.

Die Autoren entwickelten aus dem Ur-Kon-Tiki eine moderne Form, die aus einem Metall-Kegel und einer Schutz-Umhüllung besteht. Der Prototyp hatte ein Volumen von 850 lt. Die Konstruktion erlaubt eine sehr saubere, abgasarme Umwandlung von größeren Mengen pflanzlichen Brennmaterials in kurzer Zeit.

Sehr lobenswert ist, dass die Autoren ihre Konstruktionspläne gegen eine (in der Höhe frei wählbare) Spende zugunsten der Forschung zur Weiterentwicklung des Kon-Tikis zur Verfügung stellen.

Auch ich habe mir die Pläne beschafft, weil mein Vater und ich uns einen solchen Kon-Tiki – auf die für uns erforderliche Größe herunter skaliert – bauen lassen wollten. Leider fanden wir in unserer Nähe keinen Metallbauer, der einen solchen Metall-Kegel zu vertretbaren Preisen herstellen wollte.

Ich ließ das Projekt „Kon-Tiki“ daher erst einmal ruhen.

Beim Stöbern auf „Youtube“ fand ich dann diesen Video-Beitrag, in dem ein US-amerikanischer Gärtner seinen Holzkohle-Meiler (engl. „kiln“) vorstellt. Dieses Modell hat die Form eines sog. Pyramidenstumpfes  und besteht  aus vier verschraubten Stahlplatten, die  ein Metallbauer relativ einfach herstellen kann.

Ich habe anhand des Videos meinen Kon-Tiki selbst konstruiert. Vier trapezförmige Stahlplatten (3 mm Stärke) bilden den Pyramidenstumpf. Ein Trapez hat folgende Abmessungen: Basis 90 cm, Höhe 60 cm und Schmalseite 30 cm. An einem Schenkel befindet sich eine 90° abgewinkelte Lasche, die zum Verschrauben mit dem „Nachbar“-Trapez dient.

Ein guter Freund kannte einen örtlichen Metallbauer, der mir meine „Feuerschale“ – ich wollte nicht erst erklären, was eigentlich ein Kon-Tiki ist – für nur 150 Euro zusammen baute.

Der Kon-Tiki steht mit der kleinen 30×30-cm-Öffnung auf dem Erdboden. Durch sein Gewicht steht er so stabil, dass m.E. kein weiteres Gestell erforderlich ist. Das Löschwasser kann direkt nach unten in den Boden versickern.

Ich habe mit meinen Kon-Tiki seitdem mehrfach Holzkohle erzeugt – pro Brand etwa 30 – 40 l in nur etwa einer Stunde – OHNE große Rauchbelästigung!

Über den Brennprozess im Kon-Tiki berichte ich im nächsten Teil.

Zu den bisher erschienenen Beiträgen!

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