Holzkohle selber machen mit dem Kon-Tiki (Teil 2)

An dieser Stelle möchte ich einmal ausführlich darstellen, wie schnell und einfach die Herstellung von Holzkohle mit einem Kon-Tiki ist. Im März diesen Jahres habe ich den gesamten Prozess vom Beschicken des Meilers mit Holz über das Abbrennen bis zum Ablöschen fotografisch dokumentiert. Ich habe keine Mengenangaben von Holz vor dem Prozess und Kohle nach dem Prozess – mein Anspruch ist schließlich nicht, mit empirischen Methoden eine wissenschaftliche Arbeit zu erstellen. Da ich aber die jeweiligen Materialien mit einem Zollstock als Maßstab fotografiert habe, kann man sicher die Mengen grob einschätzen. Dies sollte dem Gärtner allemal reichen.

Es versteht sich eigentlich von selbst: die Holzkohle ist nur so sauber wie das Holz, aus dem sie hergestellt wird. Wenn man einen Kon-Tiki als private Müllverbrennungsanlage zur Entlastung der Restmülltonne missbraucht, verstößt man nicht nur gegen diverse Gesetze und Verordnungen, sondern erhält eine belastete Kohle, die die Gartenerde im schlimmsten Fall vergiften statt verbessern wird. Daher dieser Appell: nur unbehandeltes, unbemaltes Holz (oder ähnliche Naturstoffe wie Tannenzapfen, Nussschalen, Obstkerne) in den Kon-Tiki!

Einen rauchfreien Abbrand erhält man natürlich nur, wenn das Brennmaterial ausreichend trocken ist. Wenn der Kon-Tiki erst einmal richtig in Fahrt gekommen ist und eine kräftige Flamme brennt, kann auch feuchteres Holz in kleinen Mengen (z.B. ein frisch abgeschnittener Baumast) seitlich in den Brennraum gelegt werden. Die Hitze ist dann schon so groß, dass die Feuchtigkeit verdampft, ohne das Feuer zu sehr abzukühlen und große Rauchschwaden zu erzeugen.

Wer einen Holzkohlegrill betreiben kann, kann auch einen Kon-Tiki befeuern. Bei jedem offenen Feuer müssen aber Sicherheitsregeln eingehalten werden. Daher weise ich auf folgende Punkte besonders hin:

  • Den brennenden Kon-Tiki nie unbeaufsichtigt lassen!
  • Niemals Brandbeschleuniger wie Brennspiritus oder Benzin zum Anzünden verwenden!
  • Die Strahlungshitze des Kon-Tikis ist enorm. Ausreichend Abstand (mehrere Meter!) zu brennbaren oder hitzeempfindlichen Gegenständen wahren!
  • Das Metall des Kon-Tikis wird beim Brand glühend heiß. Berührungen der Metallteile können schwerste Verbrennungen hervorrufen!
  • Ausreichend Wasser (mehrere Eimer!) als Löschmittel bereit halten!
  • Die glühende Holzkohle sorgfältig ablöschen, damit keine Glutnester in der Kohle bestehen bleiben!

Die Aufzählung ist nicht abschließend.

Jeder hat beim Umgang mit Feuer auf die gängigen Sicherheitsvorschriften eigenverantwortlich zu achten. Wer sich seiner Sache nicht sicher ist, befrage seine örtliche Feuerwehr! Ich weise darauf hin, dass ich selbstverständlich keine Haftung für irgendwelche Schäden übernehme, die aus dem Betrieb eines Kon-Tikis entstehen. Auch darüber hinaus gehende Regressansprüche gegen den Autor sind ausgeschlossen.

Nach den langen – leider notwendigen – Einleitungsworten nun der Kon-Tiki im Einsatz.

Ich habe für den Brand trockenes (unbelastetes) Bauholz in kleine Scheite gespalten. Es empfiehlt sich, Holzstücke der selben Größe zu verwenden, weil diesen dann gleichmäßig verkohlen. Große Holzklötze benötigen zu viel Zeit, um komplett durch zu glühen. Kleinere Stücke zerfallen bereits zu Asche, bevor große zu Kohle umgesetzt sind.

Ich brenne meinen Kon-Tiki immer von oben nach unten ab; d.h. ich befülle ihn lose mit der gesamten Menge Brennholz, schichte Kleinholz (Anmachholz) auf das Brennholz und entzünde den Holzstoß mit Kaminanzündern (wachsgetränkte Holzwolleknäuel).

Beim gesamten Abbrand entsteht kaum Rauch. Falls während des Brennens neues Holz auf die Flammen geworfen wird, raucht es nur solange, bis das neue Brennmaterial Feuer fängt.

Oftmals befinden sich unter der Glut einige Holzstücke, die noch nicht komplett verkohlt wurden. Ich wende daher vor dem Ablöschen die Glut mit einer langen Eisenstange, um die Holzstücke an die Oberfläche zu befördern. Dort brennen sie in kurzer Zeit lichterloh herunter.

Für das Ablöschen benötige ich je nach Holzmenge zwei bis drei 10-l-Gießkannen Wasser. Beim Auftreffen des Wassers auf die Glut und die glühenden Metallteile entsteht eine große Dampfwolke. Vorsicht mit Händen und Gesicht: der heiße Dampf kann die Haut verbrühen!

 

 

Kon-Tiki von oben! Obere Öffnung 90×90 cm, untere Öffnung 30×30 cm
Brennholzstapel
Brennholz lose im Kon-Tiki aufgeschichtet
Mit einem Kaminanzünder wird Kleinholz auf dem Holzstapel entzündet – 10.28 Uhr
Das Kleinholz brennt bereits – 10.33 Uhr
Die Flamme breitet sich aus – 10.38 Uhr
Die Hälfte der Oberfläche brennt schon – 10.45 Uhr
Fast die gesamte Holzoberfläche steht schon in Flammen – 10.53 Uhr
Die Flammen fressen sich nach unten in das Holz – 10.57 Uhr
Die Flammen gehen zurück. Die Strahlungshitze ist so groß, dass man einen Meter Abstand vom Kon-Tiki halten muss – 11.02 Uhr
Im Inneren der Glut befinden sich noch nicht verglühte Holzstücke – 11.13 Uhr
Mit einer Metallstange werden die nicht verglühten Holzstücke an die Oberfläche gebracht. Sie lodern hell auf – 11.20 Uhr
Nur noch kleine Flammen auf der Glut – 11.28 Uhr
Ablöschen! Kein Rauch, sondern Wasserdampf, der in Sekunden verfliegt – 11.33 Uhr
Die Ausbeute liegt zwischen einem Drittel und einer Hälfte des Ausgangsmaterials.

Ich lasse den Kon-Tiki bei Wind und Wetter draußen. Natürlich rostet er durch die starke Hitzeeinwirkung und das Lösch- und Regenwasser. Ich denke aber, dass er bei der Metallstärke von 3mm doch einige Jahre seine Dienste tun wird.

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Holzkohle selber machen mit dem Kon-Tiki (Teil 1)

Nach langer Zeit wieder einmal ein neuer Betrag auf meiner Seite! Im vergangenen Jahr habe ich mich mehr um die praktische Arbeit im Garten gekümmert als um die Arbeit am Blog.

Mein großer Vorrat an industriell produzierter Pflanzenkohle ist fast aufgebraucht, so dass ich jetzt wieder auf Do-it-yourself-Kohle zugreifen muss. Mit dem Sampada-Ofen lässt sich immer nur eine kleinere Menge Kohle herstellen. Das Gerät ist ja zum Kochen gedacht und liefert Holzkohle quasi nur als „Abfall“. Größere Geräte werden in Europa zu erschwinglichen Preisen (meines Wissens) kaum angeboten.

Vor längerer Zeit fand ich im Ithaka-Journal eine sehr interessante, inspirierende Abhandlung von Hans-Peter Schmidt und Paul Taylor über die Herstellung von Pflanzenkohle mit einfachen Mitteln:

Kon-Tiki – Die Demokratisierung der Pflanzenkohleproduktion

Das „Geheimnis“ einer raucharmen und effektiven  Verbrennung liegt in einem sehr einfachen Meiler, den die Autoren zu Ehren des Forschers Thor Heyerdahl „Kon-Tiki“ nennen. Heyerdahl benannte sein Floß, mit dem ihm 1947 die Überfahrt von Peru nach Polynesien gelang, nach dem präkolumbianischen südamerikanischen Feuer- und Schöpfergott „Kon-Tiki“.

In seiner einfachsten Form ist ein Kon-Tiki-Meiler eine flache, offene Erdgrube, deren Ränder in einem flachen Winkel gehalten sind. Die Form erinnert an eine flache Schale oder einen Suppenteller. Diese einfache Geometrie bewirkt, dass Brennmaterial nur an der Oberfläche mit Flammen verbrennt, das Material darunter jedoch nur verkohlt. Mit dieser Art Meiler lässt sich fast überall in der Dritten Welt einfach Pflanzenkohle herstellen.

Die Autoren entwickelten aus dem Ur-Kon-Tiki eine moderne Form, die aus einem Metall-Kegel und einer Schutz-Umhüllung besteht. Der Prototyp hatte ein Volumen von 850 lt. Die Konstruktion erlaubt eine sehr saubere, abgasarme Umwandlung von größeren Mengen pflanzlichen Brennmaterials in kurzer Zeit.

Sehr lobenswert ist, dass die Autoren ihre Konstruktionspläne gegen eine (in der Höhe frei wählbare) Spende zugunsten der Forschung zur Weiterentwicklung des Kon-Tikis zur Verfügung stellen.

Auch ich habe mir die Pläne beschafft, weil mein Vater und ich uns einen solchen Kon-Tiki – auf die für uns erforderliche Größe herunter skaliert – bauen lassen wollten. Leider fanden wir in unserer Nähe keinen Metallbauer, der einen solchen Metall-Kegel zu vertretbaren Preisen herstellen wollte.

Ich ließ das Projekt „Kon-Tiki“ daher erst einmal ruhen.

Beim Stöbern auf „Youtube“ fand ich dann diesen Video-Beitrag, in dem ein US-amerikanischer Gärtner seinen Holzkohle-Meiler (engl. „kiln“) vorstellt. Dieses Modell hat die Form eines sog. Pyramidenstumpfes  und besteht  aus vier verschraubten Stahlplatten, die  ein Metallbauer relativ einfach herstellen kann.

Ich habe anhand des Videos meinen Kon-Tiki selbst konstruiert. Vier trapezförmige Stahlplatten (3 mm Stärke) bilden den Pyramidenstumpf. Ein Trapez hat folgende Abmessungen: Basis 90 cm, Höhe 60 cm und Schmalseite 30 cm. An einem Schenkel befindet sich eine 90° abgewinkelte Lasche, die zum Verschrauben mit dem „Nachbar“-Trapez dient.

Ein guter Freund kannte einen örtlichen Metallbauer, der mir meine „Feuerschale“ – ich wollte nicht erst erklären, was eigentlich ein Kon-Tiki ist – für nur 150 Euro zusammen baute.

Der Kon-Tiki steht mit der kleinen 30×30-cm-Öffnung auf dem Erdboden. Durch sein Gewicht steht er so stabil, dass m.E. kein weiteres Gestell erforderlich ist. Das Löschwasser kann direkt nach unten in den Boden versickern.

Ich habe mit meinen Kon-Tiki seitdem mehrfach Holzkohle erzeugt – pro Brand etwa 30 – 40 l in nur etwa einer Stunde – OHNE große Rauchbelästigung!

Über den Brennprozess im Kon-Tiki berichte ich im nächsten Teil.

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Dem Buchweizen gefällt’s!

Nach längerer Pause – aber nur im Blog, NICHT im Garten! – hier wieder ein neuer Beitrag von mir: ein kleiner Zwischenbericht darüber, wie es denn im Garten grünt und blüht.

Vorausschickend muss ich anmerken, dass ich mit der Anlage meines Gartens nicht soweit gekommen bin, wie ich eigentlich vorhatte. Grund hierfür waren die Unmengen von Steinen – Kiesel, aber vor allem Beton- und Mauerbruch -, die ich mit jedem Spatenstich aus dem Boden holen musste. Diese „Altlasten“ stammen nicht von unserem Neubau, sondern wurden vermutlich vor vielen Jahren als provisorische Wegebefestigung in den Boden eingebracht, als das Gelände noch landwirtschaftlich genutzt wurde. Ich muss also den Boden für meinen Garten mühsam durchsieben und so von den Steinen befreien. Dies kostet natürlich viel Kraft und Zeit. Ich habe mich bislang Beet für Beet bis zur Hälfte meiner Gartenfläche durchgewühlt und dabei bereits zwei Kubikmeter (!) Steine und Schutt aus dem Boden gesiebt. Endlich bin auch ich STEINREICH.

Die Beete, die ich durchgesiebt habe, habe ich mit Terra Preta gedüngt und anschließend mit verschiedenen Blumen und Gründüngerpflanzen besät.

Was unglaublich schnell und üppig wuchs, waren die herrlichsten „Wild“-Kräuter, die sich ein Gärtnerherz nur wünschen kann: Melde, Hederich, Ackerschachtelhalm, Ackerwinde, Giersch. Nach den vielen Jahren, die das Grundstück unbebaut brach gelegen hat, waren natürlich riesige Mengen von Samen im Boden, die jetzt endlich keimen durften. Einige der frisch angelegten Beete habe ich nach kurzer Zeit erneut umgraben müssen, weil sie von den aus dem Boden schießenden „Wild“-Kräutern komplett in Besitz genommen waren.

Was sich aber von meinen gesäten Pflanzen durchsetzen konnte, ist groß und kräftig geworden. Ich habe ein langes Beet zwischen Garten und Rasen, das ich im Herbst mit Stauden besetzen möchte, im Frühjahr mit Buchweizen als Gründünger besät.

Laut Wikipedia wird Buchweizen unter günstigen Bedingungen bis zu 1,20 m hoch. Diese Aufnahmen stammen von Anfang August.

Buchweizen_1
Keine Hecke, sondern Buchweizen, dem es gut geht!
Buchweizen_2
Die 1,20 m laut der Wikipedia sind schon erreicht.

Heute reichten einige Pflanzen meiner Ehefrau schon über die Schulter, sind also mindestens schon 1,40 m hoch.

Auch andere Blumen, z.B. meine Ringelblumen, sind deutlich größer geworden, als ich es aus meinem alten Garten kannte. Anfangs sah es mit meinen Ringelblumen traurig aus. Auf dem Beet keimten gerade einmal neun Blümchen, die sich geradezu auf der Fläche verloren. Inzwischen sind aus den Keimlingen kleine Büsche von 80 cm Höhe mit vielen Seitenästen und zahllosen Blüten geworden. Das Beet ist komplett zugewachsen: nicht schlecht für neun Pflanzen, oder?

Dies sind nur neun Pflanzen!
Dies sind nur neun Pflanzen!
Mit Terra Preta auf 80 cm Höhe!
Mit Terra Preta auf 80 cm Höhe!

Meine Frau sagt mir immer wieder, ich solle mich nicht darüber ärgern, was ich noch nicht geschafft habe, sondern mich darüber freuen, was ich schon geschafft habe. Buchweizen und Ringelblume geben ihr Recht.

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EMa nach Heckel-Art

bokashi und Terra Preta brauchen als wesentliche Zutat Milchsäurebakterien. Bei der Herstellung meiner Terra Preta habe ich meine Bestände am EMa ziemlich aufgebraucht, als ich die Kompost-Kohle-Mischung geimpft habe. Es ist also Zeit, sich wieder mit EMa einzudecken.

Seit einigen Jahren „koche“ ich mein EMa selbst. Das Gärgefäß mit dem Heizstab sowie die wichtigen Zutaten habe ich bei EM-Shops im Internet gekauft. Ich wende mit Erfolg das Rezept von Marko Heckel an, das ich auf mein 5-lt.-Gärgefäß umgerechnet habe.

Zutaten für EMa nach dem Rezept von M. Heckel
Zutaten für EMa nach dem Rezept von M. Heckel

Für 5 Liter EMa nehme man:

  • 150 ml EM 1-Urlösung
Die allerwichtigste Zutat: die EM 1-Urlösung!
Die allerwichtigste Zutat: die EM 1-Urlösung!

 

  • 250 ml Zuckerrohr-Melasse
Dunkel, aromatisch, zähflüssig und SEHR klebrig: Zuckerrohr-Melasse
Dunkel, aromatisch, zähflüssig und SEHR klebrig: Zuckerrohr-Melasse

 

  • 50 ml Apfelessig/Obstessig
Damit die Gärung in die richtige - sprich: saure - Richtung geht, kommt ein Schuss Obstessig hinzu!
Damit die Gärung in die richtige – sprich: saure – Richtung geht, kommt ein Schuss Obstessig hinzu!

 

  • 10 g Meersalz/Steinsalz
Meersalz (oder Steinsalz) gibt den Mikroorganismen wertvolle Mineralien.
Meersalz (oder Steinsalz) gibt den Mikroorganismen wertvolle Mineralien.

 

  • 2 g Keramikpulver
Keramikpulver- EM-Freunde schwören darauf!
Keramikpulver – EM-Freunde schwören darauf!

Melasse ist sehr zähflüssig. Sie löst sich in kaltem Wasser nur sehr schwer auf. Mit heißem Wasser geht es VIEL einfacher. Ich löse die Melasse in einem halben Liter kochenden Wasser auf:

In heißen Wasser löst sich Melasse gut auf.
In heißen Wasser löst sich Melasse gut auf.

 

Alle Zutaten  – bis auf die EM 1-Lösung! – und drei – vier Liter kaltes Wasser werden im Gärgefäß verrührt. Erst jetzt folgt die EM 1-Lösung. Durch das kalte Wasser wird die heiße Melasse-Lösung soweit heruntergekühlt, dass die effektiven Mikroorganismen in unser EM 1-Lösung keinen Schaden nehmen. Wir wollen unsere Mikroorganismen schließlich nicht abkochen! Das Gefäß fülle ich weiter mit Wasser bis kurz unter den „Hals“ auf.

Alle Zutaten kommen ins Gefäß, das mit Wasser aufgefüllt wird.
Alle Zutaten kommen ins Gefäß, das mit Wasser aufgefüllt wird.

 

Jetzt kann der Gärprozess losgehen. Der Zapfhahn meines Gärgefäßes ist so lang, dass er nach unten über den Boden ragt. Das Gefäß kann also nicht gerade auf dem Boden stehen. Ich stelle mein Gefäß daher auf zwei Holzstücke (Dachlattenabschnitte), so dass der Boden sicher aufliegt.

Der Ablaufhahn ragt nach unten über den Boden des Gefäßes hinaus. Zwei Dachlattenstücke sorgen für einen sicheren Stand.
Der Ablaufhahn ragt nach unten über den Boden des Gefäßes hinaus. Zwei Dachlattenstücke sorgen für einen sicheren Stand.

 

Beim Gären „blubbert“ das Gemisch im Gefäß manchmal über. Ein Plastikmüllbeutel, in den ich das Gefäß stelle, verhindert, dass Flüssigkeit auf die Abstellfläche tropft.

Falls es einmal "überkocht", verhindert ein Müllbeutel Schlimmeres.
Falls es einmal „überkocht“, verhindert ein Müllbeutel Schlimmeres.

 

Der Heizstab im Gärgefäß erwärmt die Mischung auf ca. 36°C. Ein dickes Handtuch, um das Gefäß gewickelt, sorgt zum einen für die Wärmedämmung, zum anderen schützt es die empfindlichen Mikroorganismen vor Licht.

Ein Handtuch isoliert das Gefäß. Die Leimzwinge dient als große Wäscheklammer.
Ein Handtuch isoliert das Gefäß. Die Leimzwinge dient als große Wäscheklammer.

 

Wenn alles geklappt hat, zeigt nach wenigen Stunden der typische, angenehm säuerliche Geruch an, dass die Fermentierung der Melasse begonnen hat.

Ich lasse mein EMa i.d.R. 10 – 12 Tage im Gärgefäß, bevor ich es abkühlen lasse und abzapfe.

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5 Kubikmeter Terra Preta

Es braucht nur 4 Kubikmeter Kompost, 1.000 lt. Pflanzenkohle, 7 lt EMa, viel Wasser… und noch mehr Schweiß. Und schon sind 5 Kubikmeter Terra-Preta-ähnliches Substrat angemischt!

Es ist März, endlich scheint die Sonne, es sieht nach Frühling aus und ich komme nun auch dazu, was ich eigentlich schon im Herbst machen wollte:

Meine Pflanzenkohle mit dem Kompost mischen und das Ganze dann mit EMa tränken.

450 kg Pflanzenkohle von "Carbon Terra"
450 kg Pflanzenkohle von „Carbon Terra“

Dieser Big Bag voller Pflanzenkohle wartet jetzt schon seit Monaten darauf, endlich zu Terra-Preta-ähnlichem Substrat vermischt zu werden.

Genau die richtige Größe! Pflanzenkohle von "Carbon Terra"
Genau die richtige Größe! Pflanzenkohle von „Carbon Terra“

Ich habe im Netz kein allgemein gültiges Rezept für Terra Preta gefunden. Also mische ich nach der Formel „Pi mal Auge“ jeweils fünf Schaufeln voll Kompost mit jeweils zwei Spaten voll Kohle.

Von einem Haufen auf den anderen: 5 Schaufel Kompost...
Von einem Haufen auf den anderen: 5 Schaufel Kompost…
... 2 Spaten voll Kohle
… 2 Spaten voll Kohle

Diese 5+2-Anteile habe ich drei- bis viermal auf einen Haufen geworfen und anschließend mit einem Krail gut vermischt.

Wenn man Hacke und Grabeforke kreuzt, entsteht ein Krail.
Wenn man Hacke und Grabeforke kreuzt, entsteht ein Krail.

Die Mischung habe ich auf den (endgültigen?) Terra-Preta-Haufen geschaufelt.

Die letzte – aber sehr wichtige – Zutat zur Terra Preta sind Milchsäure-Mikroorganismen, die das Substrat besiedeln. Schon in meinen alten Kleingarten hatte ich meine Pflanzen regelmäßig mit verdünntem EMa besprengt. Hierfür hatte ich mir diese Mischdüse von „Birchmeier“ gekauft.

Wer viel mit EMa im Garten arbeitet, dem leistet diese Mischdüse gute Dienste - Birchmeier Aquamix 1.25
Wer viel mit EMa im Garten arbeitet, dem leistet diese Mischdüse gute Dienste – Birchmeier Aquamix 1.25

Den frisch aufgeschütteten Haufen Terra Preta habe ich Schicht für Schicht mit EMa-Wasser getränkt. Dieses „Impfen“ mit EMa werde ich in den kommenden Tage wiederholen – viel hilft viel!

Am Ende des ersten Arbeitstages haben meine liebe Ehefrau und ich gut die Hälfte des Substrates angemischt.

Der Mühe Lohn! Die Hälfte ist geschafft!
Der Mühe Lohn! Die Hälfte ist geschafft!

Zwei Tage später war dann das Werk vollbracht. Der alte Komposthaufen war weg geschaufelt, im Big Bag sind vielleicht noch 200 lt. Kohle und der Haufen Terra Preta ragt als neuer Berg in den Himmel von Schleswig-Holstein.

Das Terra-Preta-Substrat muss jetzt mindestens zwei Wochen lang ruhen, damit sich die Kohle mit den Nährstoffen des Kompostes aufladen kann und sich die Mikroorganismen vermehren können. Dieser Vorgang wird „Aktivierung“ genannt. In dieser Zeit können sich dann auch meine schmerzenden Glieder erholen.

Noch ist mein neuer „Garten“ mehr oder weniger nur eine Brache vor unserem neuen Haus. Ich werde nach und nach Beete für Blumen und Gemüse anlegen und die Erde mit Terra Preta vermischen. Es wartet also noch Arbeit auf mich.

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Befüllen des bokashi-Eimers

Unser bokashi-Eimer ist vorbereitet und wartet auf Küchenabfälle, die er mit Hilfe von Mikroorganismen fermentieren will.

Die erste Füllung naht.

Die Ausgangsmaterialien
Die Ausgangsmaterialien

Neben unserem bokashi-Eimer brauchen wir (natürlich) Küchenabfälle, EMa als Fermentationshilfe und einen Stampfer.

Was in 10 Tagen in der Küche so alles abfällt.
Was in 10 Tagen in der Küche so alles abfällt.

Die Holzkohle im Eimer befeuchte ich mit ca. 1-2 Schnapsgläsern [reines Augenmaß!] mit konzentriertem EMa.

Hierauf schütte ich die Küchenabfälle und stampfe sie im Eimer gut fest.

bokashi mag keine Luft! Stampfen verdichtet das Material.
bokashi mag keine Luft! Stampfen verdichtet das Material.

Anschließend folgt noch einmal ein Schluck EMa auf die gestampften Abfälle.

Mit einer Schicht Holzkohle bedecke ich das neue bokashi-Material.

Als krönender Abschluss: die Schicht Holzkohle
Als krönender Abschluss: die Schicht Holzkohle

Der mit Sand gefüllte Müllbeutel beschwert das Material und verdrängt die Luft. Ein Küchentuch unter dem Beutel verhindert, dass die Holzkohlestückchen am Beutel festkleben und bei der nächsten Befüllung herum krümeln.

Gewicht und Luftabschluss zugleich: ein sandgefüllter Müllbeutel
Gewicht und Luftabschluss zugleich: ein sandgefüllter Müllbeutel

Der bokshi-Eimer sollte nicht zu kühl gestellt werden, da sonst die Mikroorganismen quasi in den Winterschlaf fallen. bokashi mag es warm. Da wir in unserem Haus Fußbodenheizung haben, stelle ich den Eimer in meine Werkstatt (ca. 20 ° C).

Nach 7 – 10 Tagen hat sich der erste bokashi-Tee gesammelt. Zeit und Menge sind abhängig vom Feuchtegrad der Abfälle, der Menge der Holzkohle und des EMa sowie der Umgebungstemperatur. Der bokashi-Tee ist regelmäßig aus dem Spundloch des Eimers abzulassen, damit der bokashi nicht stinkt.

Ich lasse den bokashi nach der letzten Befüllung i.d.R. drei Wochen ruhen. Wenn kein neuer bokashi-Tee mehr austritt, ist die Fermentation abgeschlossen.

Der bokashi kann jetzt schon benutzt werden, er kann aber auch noch längere Zeit im Eimer stehen bleiben.

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Praktischer Sammelbehälter für Küchenabfälle

Der bokashi-Eimer darf nicht zu oft geöffnet werden. Der Luft-Sauerstoff stört die anaerobe Fermentierung. Küchenabfälle müssen daher „zwischengelagert“ werden. Wer will auch schon jede kleine Kartoffelschale extra in den Abstellraum bringen, wo der bokashi-Eimer steht?

Irgendwann habe ich meinen alten Kompost-Sammeleimer in der Küche ausgemustert. Er war inzwischen schäbig und unansehnlich geworden, der Deckel hatte sich verzogen und schloss nicht mehr richtig. Der alte hässliche Pott passte auch überhaupt nicht mehr in unsere schöne, neue Küche: also weg damit. [Weil es ein alter 5-lt-Farbeimer war, kam er ausgewaschen in den Gelben Sack – versteht sich!]

Unsere neue Küche hat unter dem Spülbecken so ein tolles Müll-Trennfach mit verschieden großen rechteckigen Behältnissen. Ein normaler, runder Eimer fügte sich logischerweise nicht gut in den noch freien Stauraum zwischen die eckigen Behälter. Meine Frau fand beim Einkaufen im Supermarkt einen 3-lt-Waschmittelbehälter der Fa. Rotho, der wie angegossen zwischen die anderen Behälter passt. Der Behälter hat einen Klappdeckel und einen schwenkbaren Tragegriff. Der Deckel schließt den Behälter luftdicht ab.

Im Netz findet man den Behälter unter der Bezeichnung: „ROTHO 770294LG Waschmittelbehälter 3kg 20x21x18 cm“. Eine recht beeindruckende Seriennummer für einen Plastikbehälter, oder?

Kubisch, paktisch, g... Rothos Waschmittelbehälter als Depot für Küchenabfälle!
Kubisch, paktisch, g…
Rothos Waschmittelbehälter als Depot für Küchenabfälle!

In unserem Zwei-Personen-Haushalt dauert es ca. 10 Tage, bis der Behälter voll ist. Zu Beginn schütte ich stets eine etwa 2 cm starke Schicht Holzkohle auf den Boden des Behälters (siehe auch „Vorbereiten des bokashi-Eimers“).  Die Kohle befeuchte ich mit EMa, um die Fermentierung bereits im Sammelbehälter zu starten. Neu eingefüllte Küchenabfälle presse ich im Behälter fest, um die Luft zu verdrängen, und besprühe sie mit einer Wasser-EMa-Lösung (ca. 1:20 – 1:50). Die Holzkohle und EMa verhindern, dass die Abfälle zu stinken beginnen.

Wenn der Sammelbehälter voll ist, fülle ich ihn in den bokashi-Eimer um. Das beschreibe ich hier.

Der geleerte Sammelbehälter wird anschließend in der Spülmaschine mit anderem Geschirr gewaschen und ist wieder einsatzbereit.

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Die Wahrheit über bokashi-Tee!

Der Sickersaft aus dem bokashi-Eimer, der bokashi-Tee, ist ein wunderbarer Pflanzendünger – ohne Frage! Nur ist er nichts für sensible Näschen, denn er STINKT!

Wehe, wenn er losgelassen! bokashi-Tee hat ein "intensives Aroma"!
Wehe, wenn er losgelassen! bokashi-Tee hat ein „intensives Aroma“!

Ich will gar nicht herumreden: für mich riecht bokashi-Tee nicht nach Rosen – egal wie toll er als Pflanzendünger wirkt. Mich erinnert der Geruch leider eher an Erbrochenes. Im ersten Moment, wenn der Tee aus dem bokashi-Eimer abgelassen wird, riecht die Flüssigkeit noch relativ neutral. Doch schon wenige Augenblicke an der Luft reichen, damit der bokashi-Tee sein volles Aroma entwickelt: sauer, vergoren, faulig. Da hilft nur eines: schnell den Behälter mit dem bokashi-Tee luftdicht verschließen und dann ganz schnell verbrauchen! Ich nehme zum Auffangen des bokashi-Tees immer leere Konservengläser mit Twist-Off-Deckel (Nockendeckel). Beim Ablassen des Tees sollte man tunlichst darauf achten, nicht zu kleckern. Sonst wird man recht lange durch einen intensiven „Duft“ an dieses Malheur erinnert. Ich zapfe den Tee immer über dem Spülbecken ab. Was dort daneben geht, lässt sich schnell wegwaschen.

Wenn man den bokashi-Tee als Pflanzendünger nutzen will, muss man ihn stark verdünnen – schließlich hat er einen ph-Wert von etwa 3,5. Pur hält das keine Pflanze lange aus. Meine Daumenformel für das Verdünnen lautet: 1 Drittel Glas (wie im Bild) auf 10 l Wasser.

Wenn ich den Tee nicht als Pflanzendünger brauche (z.B. in der kalten Jahreszeit), verwende ich ihn als Bio-Rohrreiniger. Ich kippe den Tee pur in einen Waschbeckenabfluss, stöpsele den Abfluss zu [hatte ich den fiesen Geruch schon erwähnt?] und lasse die Mikroorganismen im Abfluss über Nacht ordentlich fressen. Ablagerungen in Abfluss werden so natürlich und umweltschonend entfernt.

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Vorbereiten des bokashi-Eimers

Premiere! Der erster Beitrag im Erdnah-Blog!

Ich möchte heute zeigen, wie ich meinen bokashi-Eimer für eine neue Befüllung vorbereite. Ein bokashi-Eimer sieht im Prinzip so aus:

Keine Raketentechnik: ein bokashi-Eimer lässt sich leicht aus alten Farbeimern bauen.
Keine Raketentechnik: ein bokashi-Eimer lässt sich leicht aus alten Farbeimern bauen.

Man kann ihn sich für teuer Geld in diversen Internetshops kaufen oder man baut ihn selbst aus Plastikmüll – sprich aus alten (Wand-)Farbeimern.

Ich nutze abwechselnd zwei bokashi-Eimer und ein großes bokashi-Fass. Das folgende Bild zeigt die drei Teile meines bokashi-Eimers.

Zwei alte Farbeimer mit Bohrungen und ein passender Deckel = bokashi-Eimer
Zwei alte Farbeimer mit Bohrungen und ein passender Deckel = bokashi-Eimer

 

Diesen Eimer habe ich schon ein paar Jahre in Gebrauch. Nach jedem Ausleeren des fertigen bokashi schrubbe ich die Eimer gründlich mit Seifenwasser aus. Dennoch hat sich der Kunststoff sich inzwischen verfärbt.

Die Bohrungen im Boden des inneren Eimers müssen nicht geometrisch angeordnet sein.
Die Bohrungen im Boden des inneren Eimers müssen nicht geometrisch angeordnet sein.
Der Boden des äußeren Eimers ist verfärbt.
Der Boden des äußeren Eimers ist verfärbt.

Der bokashi-Eimer lässt sich besser leeren, wenn man auf den Boden des inneren Eimers Pappe oder (wie hier) Packpapier legt. Diese „Trennschicht“ verhindert, dass die Bestandteile des fertigen bokashi am Kunststoff kleben.

Packpapier als Trennschicht erleichtert des spätere Ausleeren.
Packpapier als Trennschicht erleichtert des spätere Ausleeren.

Die beiden alten Farbeimer haben Henkel. Es ist mir einige Male passiert, dass ich den bokashi-Eimer beim Umsetzen am falschen (nämlich dem inneren) Henkel angefasst habe. Der äußere Eimer rutscht dann vom inneren ab und fällt mit dem gesammelten bokashi-Saft nach unten – eine schöne Schweinerei! Ich klebe daher den Henkel des inneren Eimers einfach an der Außenseite des äußeren fest. So gerät er mir nicht aus Versehen in die Hände.

Der "falsche" Henkel wird fixiert.
Der „falsche“ Henkel wird fixiert.

Das Spundloch des äußeren Eimers verschließe ich mit einem alten Sektkorken.

Ein Sektkorken als Verschluss
Ein Sektkorken als Verschluss

Meinen bokashi setzte ich immer mit Holzkohle an, um so ein Terra-Preta-ähnliches Substrat zu gewinnen. Dies werde ich später noch erläutern. Ich streue eine dünne Schicht Holzkohle auf das Packpapier im inneren Eimer. Nun kann das Befüllen beginnen.

Holzkohle ist das "Geheimnis" der Terra Preta
Holzkohle ist das „Geheimnis“ der Terra Preta

Da die Küchenabfälle, die in den bokashi-Eimer gefüllt werden, möglichst ohne Lufteinschlüsse fermentieren sollen, beschwere ich sie mit einem sandgefüllten Müllbeutel.

Sand als Gewicht
Sand als Gewicht

Der bokashi-Eimer kann wieder befüllt werden.

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